Ohara-Ikebana

Die Entstehung von Ikebana und weitere Entwicklung
im Verlauf der Jahrhunderte in Japan

Ikebana, eine der traditionellen japanischen Künste, wird seit mehr als 700 Jahren praktiziert. Es entwickelte sich aus dem buddistischen Ritual des Blumenopfers zum Gedenken der Verstorbenen. In der Mitte des 15. Jahrhunderts erlangte Ikebana mit der Schaffung eines ersten klassischen Stiles unabhängig von ihrem religiösen Ursprung den Status einer Kunstform, obwohl es weiterhin starke symbolische und philosophische Andeutungen bewahrte.

Die ersten Lehrer und Schüler waren Priester und Mitglieder des Adels. Im Laufe der Zeit entwickelten sich viele Schulen, die Stile veränderten sich und schließlich hielt Ikebana Einzug in alle Schichten der Japanischen Gesellschaft.

Die verschiedenen Ausprägungen des Ikebana haben ganz bestimmte charakteristische Merkmale gemeinsam, unabhängig vom Zeitalter oder der Schule. Jegliches Pflanzenmaterial - Zweige, Blätter, Gräser, Moos und Früchte - kann verwendet werden. Verwelkte Blätter, Fruchtstände und Knospen werden genauso hoch geschätzt wie Blumen, die in voller Blüte stehen.
Obwohl ein Arrangement aus nur einem oder auch mehreren verschiedenen Materialien zusammengestellt werden kann, erfordert die Auswahl jedes einzelnen Elementes ein außerordentlich geschultes Auge und das Arrangieren verlangt beachtliche technische Fähigkeiten, um die Art von Schönheit zu kreieren, die nicht in der Natur vorgefunden werden kann.

Was das Ikebana von eher dekorativen Ansätzen unterscheidet, ist seine zugrundeliegende japanische Ästhetik der Asymmetrie und des „leeren“ Raumes als grundlegende Merkmale der Komposition. Ein Gefühl für Harmonie bei der Auswahl des Pflanzmaterials ist genauso wichtig, wie die Stimmigkeit mit Gefäß und Aufstellort. Man findet alle diese Merkmale in den anderen japanischen Kunstformen wieder: in der traditionellen Malerei, Gartengestaltung, Architektur und dem Design.

Ohara-Schulleiter in 5. Generation

Im Jahr 2025 feiert die Ohara-Schule ihr 130 jähriges Jubiläum

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Hiroki Ohara  小原 宏貴

Er wurde 1988 in Kobe geboren. Nach dem Tod des dritten Schulleiters im Jahr 1995 wurde er im jungen Alter von sechs Jahren der fünfte Schulleiter der Schule. Hiroki kreierte einen neuen Ikebana-Stil namens Hana-kanade, der die Schönheit der sich kreuzenden Linien der Materialien zum Ausdruck bringt.
Er widmet sich der Verbreitung von Ikebana sowohl in Japan als auch im Ausland.

Derzeit ist er Präsident des Rates der Ohara-Professoren, stellvertretender Vorsitzender der Japanischen Ikebana-Kunstvereinigung, stellvertretender Vorsitzender der Ikebana-Vereinigung der Präfektur Hyogo, Gastprofessor an der Taisho-Universität, Leiter der Ohara-ryu Anfängerschule und Chefredakteur der Illustrationen des Ohara-ryu Magazins.

Die Geschichte der Ohara-Nachfolger

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Gründer der Ohara-Schule

Unshin Ohara
小原 雲心 (1861-1916)

Unshin Ohara wurde 1861 zum Ende des Tokugawa-Shogunats der Edo-Zeit geboren. Er wuchs in der Familie eines Töpfers in Matsue, in der Präfektur Shimane, auf. Obwohl er in Osaka schon als Bildhauer bekannt war, wandte er sich aufgrund seiner schlechten physischen Verfassung der Ikebana-Kunst zu und  blieb den Rest seines Lebens Ikebana-Künstler.

Unshin Ohara gründete die Ohara Schule gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts, als Japan begann, sich dem Einfluss der westlichen Kultur zu öffnen. Er kreierte das Moribana, welches sich später zu einer neuen Schulrichtung des Landschafts Moribana entwickelte. Darüber hinaus entwarf und produzierte er auch die breiten, niedrigen Gefäße, die für diese Form des Moribana am besten geeignet sind.
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Der 2. Schulleiter

Koun Ohara
小原 光雲 (1880-1938)

1916 wurde Unshins Sohn Koun Ohara zum zweiten Schulleiter ernannt. Koun war es, der das Moribana  mit festgelegten Techniken systematisierte. Er etablierte moderne Lehrmethoden und verbreitete Ohara Ikebana in ganz Japan. Er trat auch aktiv in Zeitschriften und im Radio auf und trug zur Popularisierung von Ikebana bei.

In seiner eigenen Arbeit betrat er Neuland, indem er Shizen Moribana (Natur Moribana, heute bekannt als Shakei Moribana oder Landschafts Moribana) schuf. Er stellte in seinen mizu-mono Arrangements auch Szenen am Wasser dar, mit Wasserpflanzen oder Pflanzen, die eng mit Wasser verbunden sind.


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Der 3. Schulleiter

Houn Ohara
小原 豊雲 (1908-1995)

Der dritte Schulleiter Houn Ohara trat 1938 die Nachfolge seines Vaters an. Seit frühester Zeit widmet er sich der Avantgarde-Kunst und der primitiven Kunst. Er begann seine kreative Tätigkeit unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Seine erste Ikebana Ausstellung in 1946  markierte den Beginn des avantgardistischen Ikebana und erregte großes Aufsehen. Houns Werke brachten der entmutigten Bevölkerung eine gewisse Erleichterung.

Es war Houn, der Rimpa-cho Ikebana schuf, das auf den Gemälden der Rimpa-Kunstschule basierte, und Bunjin-cho Ikebana, das den Geschmack der chinesischen Literaten widerspiegelte. Er besuchte Länder auf der ganzen Welt und verwandelte die Schule in eine weltweite Organisation.
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Der 4. Schulleiter

Natsuki Ohara
小原 夏樹 (1949-1992)

Houns Sohn Natsuki wurde 1949 geboren und 1975 zum designierten Schulleiter ernannt. Er beschäftigte sich aktiv mit der Schaffung von Ikebana-Werken, veranstaltete viele gemeinsame Ausstellungen mit seinem Vater Houn und veröffentlichte eine Sammlung von Werken, die er entlang der Seidenstraße geschaffen hatte.

Er entwickelte die Stile Hana-mai und Hana-isho für die Ohara-Schule. Natürlich wurde von ihm erwartet, dass er die Nachfolge seines Vaters antreten würde, doch er wurde krank und starb, während Houn noch Schulleiter war. Natsuki wurde posthum zum vierten Schulleiter ernannt.

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